Letztes Feedback

Meta





 

Ochnee nicht schon wieder Gedichte

13.09.2013: Da denkt man sich:"Mensch du studierst die Sprache schon seit 2 Jahren, hast die Sätze schon im Kopf, jetzt sag einfach, was du denkst!". Was kommt aber raus? Ein Gestammel das ihres gleichen sucht und dann noch die Antwort auf eine falsche Frage. Welcher Deppendozent lässt aber auch B) vor A) beantworten, davon mal abgesehen. Trotzdem, nachdem ich mir die Antwort notdürftig rausgestammelt habe, war der Hörsaal, die Dozentin mit inbegriffen, wie versteinert. Sie guckte mich an, als hätte ich gefurzt oder gesagt, dass ich ihre Mutter nicht unatraktiv fände. Ja so ist das nun manchmal aber ich lass mich davon nicht unterkriegen und beiß mich da schon irgendwie durch. Der Kurs, der sich der spanischen Fachdidaktik anschloss, ist allerdings nicht machbar. Die schon erwähnten spanischen Gedichte des 17. Jahrhunderts sind nicht nur eine Zumutung an mein armes, schon immer Gedichtinterpretationen hassendes Gehirn. Weil zu dem Fakt, dass es halt ein einfach krass langweiliges Thema ist, dass der Dozent in einem doch recht schwer zu verstehenden Spanisch dahinnuschelt, der Punkt kommt, dass man für das Bestehen zusätzlich zu einer Klausur, die 80% der Note einnimmt ein maximal neunseitiges Thesenpapier über einen der wundervollen Dichter wie Lope de Vega formulieren darf. Dies allerdings nimmt nur 20% ein und das war der Moment, wo ich mir gedacht habe:"Ochnöööö lässt du das mal sein.". Nach knapp vier Stunden Uni ohne wirkliche Pause war mein Kopf dann so voll, dass ich am restlichen Tag leider nicht mehr schaffte als einzukaufen und auf meinen Berg zu klettern.

14.9.13 12:09, kommentieren

? ? ?

11.09.2013: Man könnte schon fast meinen, man kommt hier in einen Trott rein. Aufstehen, Bad, Uni, Einkaufen und das fast jeden Tag. Es gilt allerdings das Beste daraus zu machen. Dank der mir angeborenen Begabung neue Leute dadurch kennen zu lernen, indem ich mich einfach neben sie stelle und sie so lange angucke, bis sie reagieren ist es mir gelungen doch meinen Bekanntenkreis auszuweiten und wir haben heute gelernt, dass Uni auch Spaß machen kann. Zumindest, wenn man die richtige Dozentin hat. Sie erkundigt sich mehr als vier mal in der Sitzung, ob wir alles verstanden haben und erklärt es im Zweifelsfall für uns auch gerne nochmal langsam. Didaktisch sehr lobenswert also. Einen krassen Kontrast dazu stellte das Seminar über die Literatur Hispanoamericas dar. Das war wohl die erste Uni-Veranstaltung meines Lebens, in der der Dozent nicht ein Wort gesagt hat. Studierende betreten den Raum, Dozent mach Video an und verlässt den Raum, zehn Minuten vor Ende kommt er wieder rein, schaut den verbliebenen Teil des Filmes mit uns und als es klingelt verlassen alle wieder den Hörsaal. Didaktisch eher zu tadeln. Wo bleibt da die didaktische Rückhand? Was ist mit einer Progression oder gar überhaupt mit einer Aufgabenstellung. In anbetracht der Tatsache, dass mich diese Einstellung, sowie die Literaturliste ein wenig abgeschreckt haben, werde ich wohl den Kurs verlassen müssen. Schade.

 

12.09.2013: Ich denke ich muss mir hier zumindest für das Wochenende Ohropax kaufen. Die Wände sind so hellhörig, dass man sämtliche Geräusche vom Übernachbarn hören kann. Diese Nacht schien er Besuch gehabt zu haben aber egal, denn irgendwann bin ich eingeschlafen. Da heute Ausschlafen angesagt war und ich rein theoretisch bis um 09.30 Uhr hätte schlafen können, war ich natürlich schon um 08.00 Uhr wach. In der Uni stellte ich dann mal wieder fest, dass einer von meinen gewählten Kursen wohl ab nächster Woche getauscht werden würde, denn Ferdinand de Saussure ist zwar interessant aber nicht zum fünften mal und deshalb tendiert mein Donnerstagstrend jetzt eher zu fachdidaktischen Raffinessen spanischer Art. Wär doch gelacht, wenn man da nicht noch was mitnehmen könnte. Der anschließende Kurs war genauso langweilig, wie er sich anhörte "Literatura española del siglo XVII: poesía". Zu deutsch "Spanische Literatur im 17. Jahrhundert: Poesie". Dieses Themengebiet hatte ich in Deutschland auch schon einmal in einem Seminar bei meinem "meistgeliebten" Dozenten bearbeitet. Leider für uns beide ohne große Erfolge und so denke ich, dass wird in Spanien a) nicht einfacher und b) nicht spannender. Meine Hoffnung geht jedoch dahin, dass ich vielleicht noch in einen Anfängerkurs Galizisch reinkomme. Den kann ich mir auch für Erasmus anrechnen lassen und spare mir das Studium zwar teilweise sehr schöner aber auf Dauer doch sehr dröger Gedichte. Nach meiner nachmittaglichen Bergbesteigung auf dem Nachhauseweg beschloß ich mich erstmal den lokalen Sitten anzupassen und Siesta zu machen um dann gleich gut ausgeschlafen in die Stadt zu wandern und einige neue Kneipen zu entdecken. 

 

12.9.13 17:42, kommentieren

Erasmus-Student müsste man sein

08.09.2013: Gammeltag ohne großartige Verpflichtungen. Lediglich an einer Hauptseminarleistung für Deutschland wurde gearbeitet um dann nach viel Musik erschöpft von der großen geistigen Forderung ins Bett zu fallen. Montag ist ja immerhin erster Schultag.

 

09.09.2013: Ja heute wurde früh aufgestanden, denn die Uni begann. Deshalb Dusche, Zähneputzen und alles um 08.00. Wie ungewohnt und ekelhaft. Aber was muss, dass muss. So wackelte ich gegen 09.00 in das Büro rein, indem man sich für die Kurse einschreiben kann, denn das geht hier nicht online, sondern nur persönlich. Das Büro könnte man auch "Little-Germany" nennen, denn unabhängig von der großen Anzahl deutscher Erasmus-Studierender gibt es hier eine Bürokratie, die ihresgleichen sucht und wohl bloß in Deutschland findet. Einzig vergleichbar vielleicht mit dem Amt in "Asterix und Obelix erobern Rom". Naja auf jeden Fall brauch ich noch diverse Formblätter und gefühlte 18.000 Unterschriften, aber die Leute machen ja auch nur ihren Job und den ähnlich gut, wie die Leute vom Studentensekretariat in Rostock *hust*. Nichts desto trotz ging es danach in die Uni. Zumindest ging der Plan dahin aber Pustekuchen die Veranstaltungen des ersten Jahres fielen komplett aus. Also machte ich was aus meiner Freizeit und fuhr kurzentschloßen zu dem Einstufungstest für die Sprachkurse. Natürlich ohne mich dafür angemeldet zu haben, ließ ich mir versichern, dass ich das auch im nachhinein machen könnte. 80 Multiple-Choice-Fragen und 132 Worte Text über den Ausflug zu den Islas Cíes später verließ ich den Raum und wollte mich sogleich Zuhause einschreiben. Natürlich wär ich nicht Phillip Bock, wenn das funktioniert hätte, was dann wohl heißt kein Sprachkurs hier. Aber immerhin 'nen Fuffi gespart. Abends ging es dann noch auf ein, zwei Bier in die Stadt. Das es dabei nicht blieb, kann man sich wohl denken.

 

10.09.2013: So nach einigen Stotterein, startete die Uni-Rakete Phillip Bock heute dann endgültig durch. Angefangen mit diversen phonologischen und pragmatischen Rafinessen ging es dann zum inhaltlichen Höhepunkt des Tages "La literatura de Hispanoamerica hasta el siglo XIX". Klang spannender als es war, weil zu der Zeit doch krass das Suppenkoma durchkam und ich eher gegen das Einschlafen ankämpfen musste, als dem Dozenten folgen konnte. Aber auch das krieg ich bestimmt die nächsten Tage gedeichselt. Donnerstag und Freitag stehen ja immerhin nur ein Kurs auf dem Plan. Also abwarten und Bier trinken. Um diesem Motto treu zu bleiben nahm ich mir auch den Abend frei und werde mich nun mit Musik und ein bisschem Gehopften in Aluminiumummantelung in meine Gemächer zurückziehen.

10.9.13 19:02, kommentieren

Mein erstes eigenes Zimmer außerhalb von Rostock

06.09.2013: Früh aufstehen war auch heute wieder angesagt. Das fiel allerdings wider Erwarten nicht so leicht, denn gen Erwarten haben wir uns doch innerhalb von einer Woche sehr gut in den spanischen Tagesrhythmus eingefügt. Das heißt, spät aufstehen, weil man lange in der Stadt sitzt und einige Bierchen zischt und Tapas zu sich nimmt. Da die Tapas doch häufig nicht billig sind, bleibt es ganz studentisch beim Bierchen. Da ja nun alle an diesem Tag ihr Hostel verließen, wurde der Vorabend noch ein bisschen länger. Nicht zuletzt, weil nach einer von der Uni veranstalteten Begrüßung mit Bier und ordentlich Futtereien für lau (kein Bier ist ja bekanntlich umsonst) eine kleine Stadttour für die Erasmus-Studenten folgte. Inbegriffen darin war ein typisches galizisches Ritual gegen böse Hexen und Geister und wie kann man böse Hexen und Geister vertreieben? Richtig mit Hochprozentigem, folkloristischen Trachten und folkloristischer Musik. Alles in Allem eine sehr schöne Veranstaltung, die auch bei den meisten gewirkt hat (denn soweit bekannt erhielten alle spätestens am Folgetag ein Zimmer). Drei Bier später und wahrscheinlich nun wirklich nicht mehr besessen, außer von dem dringenden Bedürfnis ins Bett zu fallen, machten sich alle zur letzten Nacht ins Hostel auf.

Am 06.09. endete dann die Nacht halt recht früh, weil ich mich für um 11 Uhr in der neuen Wohnung angekündigt hatte. So packte ich meine Sachen bezahlte und stellte mich an die Bushaltestelle, in der Annahme, dass der Bus (fährt um die Zeit alle halbe Stunde) mir einen zwar nicht langen, dafür aber umso hügeligeren Weg ersparrt. So war es dann auch, denn irgendwann kam er dann auch (der Busfahrplan scheint hier eher eine grobe Richtlinie, als ein einzuhaltender Plan zu sein) und brachte mich holpernd den Berg zu der neuen Bleibe hinauf. Fast wäre mir der gleiche Spaß wie am ersten Tag passiert, denn die Busse verfügen immer noch nicht über eine Stationsanzeige und ich bin pessimistisch, dass sich das im kommenden halben Jahr ändern wird. 

In der Wohnung angekommen packte ich als erstes meine Sachen aus, quatschte noch kurz mit dem Vermieter und machte mich auf den Weg mich in meine Uni-Kurse einzuschreiben. Das läuft hier über ein Büro und scheint zu funktionieren (in Rostock hätte das Prinzip wahrscheinlich schon nach drei Tagen die Arbeitsunfähigkeit von vier Studentensekretariatsmitarbeiter_Innen wegen Burn-Out-Syndrom nach sich gezogen). Aber wie Phillip nun einmal so ist, quält er sich seinen Felsen runter, sucht den ganzen Campus ab, nur festzustellen, dass er eine halbe Stunde zuspät ist. Also wieder die 60 Höhenmeter zurück. Nach dem Lesen einiger Mails dann die typische Frage nach Bier und Tapas in der Stadt. Dafür nimmt man auch gerne mal eine halbe Stunde Fußmarsch in Kauf. Nimmste vielleicht ein bisschen ab denk ich mir da immer und wander fröhlig durch die Stadt, während alle anderen nur 5 Minuten ohne Berge brauchen (dafür aber auch ohne Kalorienverlust und in einem wesentlich lauteren Umfeld).

 

07.09.2013: Heute stand der lange geplante Ausflug zu den Islas Cíes auf dem Plan. Abfahrt war um kurz vor Neun am anderen Ende der Altstadt, was für mich bedeutete, dass ich so gegen Acht in meiner Wohnung losging. Nebenbei das erste Mal hier, dass ich im Dunkeln aufgestanden bin. Im Bus ging es dann auf nach Vigo, von wo aus uns eine Fähre zu der Insel brachte. Dort angekommen überkam einen gleich ein gewisses Karibikfeeling, genau wie ein gewisser Blasendrang. Also rauf aufs Klo und kurz vor der Erlösung der Schreck. Mann konnte von der Tür zum Herrenbereich den durch Spiegeln herrlich einsehbaren Pissoir-Bereich bewundern. Nachdem es doch noch zu einer Erleichterung kam, ging es auf den inseleigenen Berg zu besteigen. Das war eine Erfahrung, die zumindest ein bisschen an die Vulkanbesteigung in Guatemala erinnerte. Sicherlich hätte man auch gleich an den Strand gehen können aber den gibt es auch in Rostock, so einen hohen Berg nicht also rauf da (verschiedene Fotos belegen übrigens, dass ich es auch geschafft hab). Vier Stunden später nach dem Abstieg ging es dann doch noch an den Strand um mit entsetzen festzustellen, dass der Atlantik doch schon recht kalt war. Aber egal, wann badet man schonmal in ihm. Getreu dem Motto Augen zu und durch hielten wir es auch knapp eine Viertelstunde aus. Nach der Rückfahrt mit der Fähre (wie auch sonst) sowie dem Bus überkam uns alle der große-kleine Hunger und wir machten uns noch einmal daran unsere letzten verbliebenen Kräfte auf die Suche nach einer Futterquelle zu fokussieren. Dabei kam eine Kneipe mit annehmbaren Preisen raus, die durchaus Potential hat. Danach wieder halbstündiger Heimweg. Diesmal bergauf und durch ein Stadtteilfest (was hier wohl einmal in der Woche in irgendeinem Stadtteil ist) kam ich dann in der Bude an und ja jetzt heißt es nur noch schlafen und Morgen gar nichts machen.

¡Por esto buenas noches!

1 Kommentar 8.9.13 01:35, kommentieren