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Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten

05.09.2013: Aufgewacht um 09.00 Uhr ging mein erster Griff natürlich zum Handy. In der Annahme, dass ich das Zimmer ohne Fenster doch nicht bekommen hätte (weil ich dachte, die schicken mir die Zusage per SMS), machte ich den Laptop an um die Wohnungssuche erneut in Angriff zu nehmen. Beim Mails checken dann die Nachricht "Si tu quieres la habitación es tuya" (zu deutsch soviel wie, wenn du das Zimmer willst, kannst du es haben). So schrieb ich doch dann schon rech überschwinglich eine Mail nach Hause, dass ich ein Zimmer hätte und freute mich wie Bolle. So antwortete ich den Wohnungsgenossen vom fensterlosen Zimmer, dass ich mich sehr freue und dann Sonntag einziehe (ich hätte das Hostel natürlich verlängert). Dann das erste Tief des Tages, die Antwort. Leider hatten sie die Nachricht an drei Leute gleichzeitig geschickt und der, der sich zuerst gemeldet hat, bekam das Zimmer. Da ich den Laptop am Abend zuvor 10 Minuten zu früh ausgemacht hab, war das dann leider nicht ich. Arschlecken, doch was nun? Erstmal weiter suchen, nach mehreren Mails rief ich eine Nummer an, die ich auf dem online verfügbaren Schwarzen-Brett der Uni fand und siehe da knapp 2 Stunden später fand ich mich an dem vereinbarten Treffpunkt vor der Philologischen Fakultät wieder. Schon darauf eingestellt, dass das Zimmer wahrscheinlich eh wieder an wen anders geht, war ich sehr überrascht, dass mich der Vermieter mit dem Auto abholte. Aber ich dachte mir noch schlimmer als die momentane Situation kann es nicht werden und stieg ein. Der Vermieter, ein circa 60-jähriger Mann, der mit seiner Frau im Nachbarhaus wohnt, war mir auf Anhieb sympathisch. Nachdem ich das Zimmer gesehen hatte, dass jetzt nicht WOW aber auch nicht nooope war, war mir klar, das wird mein Zuhause für die nächsten fünf Monate wird. Das war auch die erste Wohnung, bei der ich gleich ein gutes Gefühl hatte.

So setzte ich gleich mit dem Vermieter den Vertrag auf, bezahlte die Kaution und wurde sogar wieder mit dem Auto zur Fakultät gefahren. Da zeigt sich mal, frei Ton Steine Scherben zitierend, dass, wenn die Nacht am tiefsten der Tag am nächsten ist.

Mit der Wohnungssuche fiel mir mehr als ein Stein vom Herzen, es war viel mehr die Masse einer ganzen Kathedrale ( der aufmerksame Leser erkennt die Anspielung auf Santiago de Compostela). Heute ist dann noch die ofizielle Begrüßung von der Universität und im Anschluss vermutlich noch ein paar Bier und einige Tapas. ¡Qué viva España!

1 Kommentar 5.9.13 16:09, kommentieren

Ich will ja nicht meckern aber...

04.09.2013: So ein Mist, eigentlich waren ja nun für Heute drei Wohnungsbesichtigungen geplant. Erster Dämpfer die letzte meldete sich nicht zurück, sodass ich keine Adresse hatte. Die anderen waren auch zu 50% unschön. Um ein wenig mehr ins Detail zu gehen. Nach einem kurzen Gespräch mit der beratenden Uni-Koordinatorin (die überraschenderweise sehr gut deutsch spricht) machte ich mich auf richtung Hostel, sammelte meine Sachen ein, suchte noch ein bisschen nach anderen Wohnungen und machte mich auf den Weg zu der ersten Besichtigung. Diese war sehr zentral in der Altstadt (also eine richtig schöne Lage). Nach überwinden der Treppe und der Wohnungsbesichtigung war mir klar, hier wird zwar noch gebaut aber trotzdem machten alle einen sehr sympathischen Eindruck und ich mir dementsprechend viele Hoffnungen. Einziges Manko, das Zimmer verfügte über kein eigenes Fenster nach draußen, sondern war lediglich über ein Klappfenster mit dem Nachbarzimmer verbunden. Aber ich glaube, dass könnte ich tollerieren. Mit viel Selbstvertrauen im Bauch überlegte ich mir zum Beispiel auf dem Rückweg schon Rituale für den täglichen Gang zur Uni, wie mir jeden Morgen in einem kleinen Shop eine Eistee-Dose zu kaufen.

Mit viel Selbstvertrauen im Bauch (ich ging ja in der Annahme, dass ich das Zimmer schon sicher hab) ging ich dann zur zweiten Besichtigung des Tages. Dieses doch schon ein wenig hübschere Zimmer mit Fenster nach draußen gefiel mir zwar auf Anhieb, jedoch war die Vermieterin (verständlicherweise) nicht davon begeistert, dass ich bloß für fünf Monate mieten wollte. Das schlug sich dann ganz schnell in dem monatlichen Mietpreis nieder. Genauso wie fast jede Kleinigkeit die Warmmiete schlussendlich von 200 € auf 240 € hob. Wäsche waschen nicht mit inbegriffen, was mich pro Füllung noch einmal 2 € gekostet hätte. Ergo lehnte ich mich entschuldigend ab und schrieb auf dem Rückweg schon sehr überschwänglich der ersten Wohnung, wann ich den Vertrag unterzeichnen könne. Keine Antwort. Also rief ich noch einmal an um dann festzustellen, dass da noch mehr Bewerber wären und man sich in der Nacht entscheide, wer das Zimmer bekomme.

So sitz ich jetzt hier, auf dem absoluten Tiefpunkt seit einer Woche und warte darauf, ob ich das Zimmer bekomm oder nicht. Wenn nicht, dann wird es langsam eng, weil ich das Hostel nur bis zum 06.09. gebucht hab, ergo dann hier um 12 raus muss. 

Einzige Aufheiterung heute war die Nachricht, dass mein Flug nach Deutschland über Weihnachten steht. Anbei noch ein großes Dankeschön an meine Tante, meinen Onkel und meine Eltern dafür.

So das war es dann erstmal für heute und ich warte hier noch ein bisschen auf die Nachricht, nicht sicher, ob ich heulen oder komplett feiern über diese Situation soll. Aber ich will ja nicht meckern.

4.9.13 21:32, kommentieren

El señor de los mosquitos

03.09.2013: Was für 'ne Nacht. Kaum ein Auge zugemacht. Natürlich nicht weil ich Besuch von einer gutausehenden Galizierin hatte oder weil bei den Zimmergenossen Selbstbedienung angesagt war (gibt nämlich seit Sonntag keine, weswegen ich quasi ein Einzelzimmer zum Preis eines Vierbett-Zimmers besitze. Ich Fuchs ich), sondern weil mich kontinuierlich ein hochfrequentes Summen um den Schlaf gebracht hat. Es war mir unmöglich mich dieser fliegenden Übermacht  von vermutlich nicht mehr als zwei fliegenden Blutsaugern zu erwehren. Ich war ihnen schutzlos ausgeliefert. Deswegen war heute auch eher ein Gammeltag, bei dem ich bis halb 1 im Bett blieb und  ein paar Filme guckte. Nachdem ich mich dann irgendwann aufgerafft hatte verbrachte ich den Tag (wie die letzten) im Panorama-Aufenthaltsraum mit einem total sahnigen Blick auf Santiago de Compostela. Hier beim Mails lesen, Wohnungen suchen und Stundenplan basteln fiel mir dann auf, dass ich merkwürdigerweise ziemlich viele Mückenstiche für nicht mehr als zwei
Nematocerae hatte. So kam mir der verdacht, dass es sich vielleicht doch um Flöhe handle, denn die Stiche erinnerten mich schon stark an die der guatemaltekischen Hüpfer. Ich werde der Sache denk ich mal auf den Grund gehen. Mit ordentlich Gin-Tonic lässt sich bestimmt der Mücken Koeffizient ausschalten, so dass dann nur noch Flöhe übrig bleiben würde. Oder alle anderen Arten von blutsaugenden Insekten.

Nichts desto trotz wurde heute der Stundenplan fertig, der, wenn er so bleibt einen typischen Rostocker um weiten Unterschreitet. Nur 10 SWS (SemesterWochenStunden) und einige Veranstaltungen gehen nur eine Zeitstunde. Aber mich soll's nicht stören. 

Ein weiterer Entschluss des heutigen Tages ist, den Aufenthalt hier doch auf Anfang Februar zu verkürzen, da es für den Jakobsweg doch ein wenig kalt ist. Das kann man als Student ja immer mal wieder einschieben. 

So nun aber genug über irgendwelche Insekten und Stundenpläne philosophiert. Ich werde mich auf in die Stadt machen, die wohl letzten schönen Tage hier genießen bevor die Regenzeit anfängt. Bei 33°C um 18.30 Uhr lässt es sich doch noch ganz gut aushalten. Also haltet (auch) die Ohren steif, man liest sich.

3.9.13 18:30, kommentieren

Neue Woche - Neues Glück

02.09.2013: Neue Woche - Neues Glück, das war das Motto des heutigen Tages. Nach dem frühen Weckerklingeln (um 09.00 Uhr!) machte ich mich auf ins ORI, das Oficina de Relaciónes Internacionales. Der mich betreuende Galizier gab sich alle Mühe das wichtigste in einem einfachen Spanisch zu formulieren. So kam es dann auch nur drei bis vier mal dazu, dass ich ihn mit leicht zur Seite geneigtem Kopf und großen Augen anguckte. Aber auch diese Hürden wurden alle genommen. Davon zu reden, dass das Spanisch nach drei Tagen schon besser geworden ist, wäre sicherlich verwegen und ein wenig kühn aber ich muss sagen, dass man sich doch recht schnell an die neue Intonierung der Straße gewöhnt. So denn wollte ich nach den Terminen im hiesigen Auslandsamt noch eine WG besichtigen. Aber wie das manchmal so ist, erhielt ich 3 Stunden vor dem Termin eine SMS, dass das Zimmer leider schon vergeben sei. Glück im Unglück, denn so war ich genötigt mich noch weiter umzuhören und habe eine Wohnung in einer zumindest sehr genialen Lage mit drei jungen Spaniern gefunden (auch wenn mir Spanierinnn natürlich lieber gewesen wären). Besichtigung ist am Mittwoch und ich hoffe mal einfach darauf, dass das klappt, denn mitten in der Altstadt zu wohnen wäre besonders hier ziemlich fett.

Das Problem daran auf Wohnungssuche zu sein ist, dass man sich kaum traut - außer zu Terminen oder Besichtigungen - den Laptop auszumachen, man könnte ja das ein oder andere Angebot verpassen. So fürchte ich, dass ich hier bei 33° C und strahlendem Sonnenschein trotzdem zu einem Informatikstudentenverschnitt mutiere. Um dem entgegenzuwirken entschloss ich mich heute dann doch dazu noch einmal für 15 Minuten einkaufen zu gehen und war erstaunt, dass man hier beim Bäcker ein halbes Kilo Brot (sieht zumindest frisch aus) für nur 1,50€ bekommt. Ein Traum und mein persönliches Highlight. Nun noch ein bisschen auf Wohnungssuche gehen, dabei 'ne Flasche Wein leeren und die malerische Aussicht vom Hostel Aufenthaltsraum auf Santiago de Compostela genießen.

2.9.13 19:55, kommentieren