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Willkommen im Alltag

21.09.2013: Da man hier nach zwei Wochen Uni in dem gleichen Trott ist, der sich nach der selben Zeit auch in Deutschland einstellt, war das Wochenende eine gelungene Abwechslung. Denn am Samstag hieß es nach einem ausgedehnt verschlafenen Vormittag auf, auf zum Woodstock-Festival, dass ca 15 Km von Santiago entfernt stattfand. Ein wenig zu früh angekommen, stellten wir um 17.00 Uhr fest, dass wir fast die Einzigen Gäste waren. Also nochmal ne Runde um den Block gewackelt und die schöne Aussicht auf die verschiedenen galizischen Wälder genossen. Die Stimmung stieg aber mit jedem Bus, der Freizeit-Hippies und andere Spaßvögel zu dem Veranstaltungsort brachte. Darunter natürlich auch ein Haufen anderer Erasmus-Studenten. So wurde gefeiert, getrunken, sich angemalt und getanzt als gäbe es keinen Morgen mehr. Um das Woodstock-Feeling abzurunden wehten einem auch aus allen Himmelsrichtungen "grüne Düfte" um die Nase. So muss man sich im "Summer of Love" gefühlt haben. Da uns allerdings bewusst war, dass es sehr wohl einen Morgen gab, machten wir uns gegen halb zwei in der Frühe auf dem Heimweg. Doch stellte sich plötzlich die Frage, wo die ganzen Taxen waren, die versprochen wurden. Ein guter Bürger aus dem Dorf gab uns den Tipp doch einfach bei der 061. Ein Glück haben wir da nicht angerufen, denn der Scherzkeks hatte wohl eine leicht negative Einstellung Alternativen gegenüber und gab uns die Nummer vom Ärztlichen Notdienst. Nach einigem hin und her gelang es allerdings trotzdem nach Hause zu kommen um eine kurze Nacht anzutreten.

 

22.09.2013: Nach einer, wie zu erwartenden, kurzen Nacht ging es am Sonntag auf den Weg nach Finisterre - das Ende der Welt. Dazu traf man sich um 11.00 und fuhr in vertrauter Runde los. Widererwarten ging es aber nicht direkt durch bis ans Ende, sondern uns erwarteten zahlreiche Highlights der galizischen Westküste. Schöne Strände, große Wasserfälle, verschlafene Fischerdörfer, den größten Kornspeicher Galiziens (obwohl sich um diese Ehre mehrere Dörfer streiten) und ein Haufen anderer toller Sachen. Hätte man eine Badehose mitgehabt, wäre das wahrscheinlich auch ein durchaus lustiges Erlebnis geworden. Leider wurden wir nicht informiert und so begnügten wir uns damit die Füße zu baden und auf Steinen rumzuklettern. Als wir dann gegen 20.30 pünktlich zum Sonnenuntergang das Ende der Welt erreichten hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit dabei zuzugucken, wie das Zentrum unseres Sonnensystems im Atlantischen Ozean versank. Auf dem Rückweg gab es dann noch ein anderes wichtiges Thema, nämlich die Wahl. Es wurde sich mehr als einmal darüber geärgert, wie eine Partei mit einem rein personenzentrierten Wahlkampf und ohne Inhalte ein derartiges Ergebnis erzielen konnte. Lichtblick war natürlich, dass es weder die FDP noch die AfD geschafft haben einen Fuß ins Parlament zu setzen aber der größte Schlag folgte erst Zuhause, als ich voller entsetzen feststellte, dass es der Direktkandidat der Linken, Steffen Bockhahn, der in den vergangenen vier Jahren wirklich eine Top-Arbeit im Parlament abgeliefert hat, es weder über die Direktwahl, noch über die Landesliste ins Parlament geschafft hat. Stattdessen sitzt dort jetzt ein Mann, der einzig und alleine von Mutti Merkels angeblich fabelhafter Krisenbewältigung profitiert hat. Ein Mann, auf dessen Wahlplakaten Merkel einfach billig per Photoshop neben ihm eingefügt wurde. Traurig, traurig aber manchmal hat Qualität halt keine Chance. Dennoch bleibt das Hoffen, dass Herr Steinbrück einmal Eier beweist und sich nicht von der CDU/CSU einlullen lässt. Wobei eine von der Opposition geduldete Minderheitenregierung Merkels auch keine schlechte Alternative wäre. So könnte man immerhin nicht sämtliche eigenen Verfehlungen auf den Koalitionspartner abschieben und würde bei der nächsten Wahl endlich vom Wähler abgestraft. Wie auch immer, es bleibt spannend. Bis hierher erstmal und man liest sich.

24.9.13 16:16

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