Letztes Feedback

Meta





 

Nach Hause kommen

Oktober 2013: So ihr Lieben, zunächst erst einmal entschuldigung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe aber hier ist jetzt mittlerweile wirklich der normale Alltagstrott eingekehrt. Es gab aber im Oktober doch ein paar Highlights der besonderen Art. So wurde hier, wie auch in allen Teilen Spaniens am 12.10. der Tag gefeiert, an dem Christoph Kolumbus im Jahr 1492 den Grundstein für die Ausbeutung eines ganzen Kontinents legte. Kann man zu stehen, wie man will, aber da die Fahrt zu dem großen Straßenfest in Lugo nur 1 Euro gekostet hat, haben wir nicht lange gefackelt.

Zunächst nicht sicher, wie das mit dem Alkoholkonsum im Bus geregelt ist, haben wir uns vorsichtshalber jeder nur ein kleines Sixpack (bestehend, wie hier normal aus 0,33 Liter Dosen) gekauft und uns in die letzte Reihe gesetzt. Pustekuchen kaum fuhr der Bus los, war schon die erste Aussage, dass wir nochmal kurz bei einem Supermarkt anhalten um Alkoholika zu kaufen. Dieser stellte sich als ein Lidl raus, was zur Folge hatte, dass sie neben sehr günstigem Bier (was auch den Großteil des Einkaufes ausmachte) auch deutsches Bier hatten. Ich sage nur, dass war das beste Beck's meines Lebens. Auf der Fahrt wurde natürlich nicht wenig getrunken, was zur Folge hatte, dass der Nieren-, sowie der Blasendruck rapide stieg aber keine Toilette in Sicht war. Naja durchgehalten haben wir trotzdem iwie und die Party stellte sich auch als ganz brauchbar raus (mal abgesehen von dem Anlass). 

Der nächste Höhepunkt folgte schon eine Woche später, als wir uns auf den Weg nach Lissabon machten. Sehr schöne Stadt mit vielen netten Ecken. Einziges Problem war, dass ich am ersten Tag 

a) nicht wirklich viel geschlafen habe und

b) so gut wie nichts gegessen habe.

Das Ende vom Lied war, dass nach dem ersten Vodka bei mir die Lampen ausgingen und ich nach dem zweiten Vodka und ein, zwei Bier leicht angedüselt ins Bett fiel, während die anderen noch die Stadt unsicher machten. Aber dafür war ich am Folgetag fit und konnte unter Anderem die Besichtigung des westlichsten Punktes Europas genießen. Auf dieser Fahrt haben wir eine ganze Menge neuer Leute kennen gelernt, die jetzt auch den Großteil des hiesigen Freundeskreises darstellen. Alles sehr multikulturell und aus allen Teilen der Welt, was besonders bei den Parties, wo jeder eine Kleinigkeit an Essen beisteuert immer ein Hochgenuss ist (Richtig seit dem 1.11. esse ich nämlich wieder Fleisch). Die Rücktour war dann noch ein Highlight im Highlight, quasi ein Highhighlightlight. Denn kurz vor Porto (also auf etwas mehr als der Hälfte der Strecke) fing unser Bus an zu stottern, was zur Folge hatte, dass der Motor alle 150 Meter ausging. So ruckelten wir dann mit Warp-Geschwindigkeit über die Autobahn und erreichten nach einer knappen halben Stunde eine Tankstelle, die ursprünglich nur 10 Kilometer entfernt war. Man merkt es wäre fast schneller gewesen zu Fuß zu laufen. Wie dem auch sei, es stellte sich raus, dass der Busfahrer noch in Galicien (!) das falsche Benzin getankt hatte und jetzt der Motor gereinigt werden muss. Kein Problem erst wurde die Tankstelle leergekauft und später die Pizzeria auf der anderen Straßenseite. Irgendwann kamen wir dann doch noch in Santiago an, allerdings mit einer Verspätung von knapp 4 Stunden. Störte allerdings nicht, denn ich musste ja nur 5 Stunden später eine Klausur schreiben und beschloss, dass ich mir das lernen nun sparen könnte (dieser Tatsache zum Trotz bestand ich die Klausur am unteren Limit aber da fragt ja eh keiner nach). Dennoch war es das erste Mal, als ich in Richtung meines Zimmers schlenderte, dass ich ein Gefühl von nach Hause kommen hatte.

Ansonsten hat, wie schon erwähnt, der Alltag hier Einzug gehalten. Mittwochs gehen wir in der Regel zu dem Deutsch-Spanischen Abend in der Altstadt und danach manchmal noch in eine oder zwei andere Bars. Davon gibt es hier ja genug. Wir machen viel mit der Lissabon-Gruppe, die sich mittlerweile auch um ein paar spanische Freunde erweitertet hat und ich schlag mir die Zeit mit hervorragenden Experimenten um die Ohren. Das Projekt "Vegetarier für einen Monat" wurde in der vergangenen Nacht erfolgreich abgeschlossen. Schlußfolgerung daraus ist, dass ich wieder Fleisch esse aber bewusster und nicht mehr unbedingt die Nuggets für 1 Euro/Kilo. Da es ja nun beendet ist, suchte ich nach etwas neuem und stieß auf Movember. Bei Movember geht es darum, sich Anfang November komplett zu rasieren und danach für den komplette Monat nur den Moustache (=Schnurrbart) stehen und wachsen zu lassen. Diese Aktion soll auf Hoden- und Prostatakrebs aufmerksam machen und Spenden für die Forschung sammeln.

Hier mal mein Link

http://de.movember.com/mospace/7982241

Weil mir das neben dem Studium und den anderen gesellschaftliche Verpflichtungen hier aber noch nicht genug ist, versuche ich mich auch von Zeit zu Zeit an politischen Kommentaren, wie zum Beispiel der Finanzkrise in Spanien, stellvertretend für Südeuropa. Wen es interessiert und einmal reinschnuppern möchte, hier der Link zum Text

http://www.die-linke-rostock.de/presse/detail/zurueck/die-linkesds/artikel/die-dornroeschenwirtschaft/

Man kann also sagen, es geht mir hier recht gut, wenn das Wetter nun auch noch mitspielen und ich meine 3-Wochen-Erkältung endlich wegbekommen würde, wäre alles tüffig.  Aber das wird schon. Schön ist auch, dass ich Ende November noch Besuch aus Deutschland bekomme, dann ist ja auch bald Weihnachten und dann habt ihr mich (zumindest für zwei Wochen erstmal wieder).

Bis dahin dann alles Gute euch aus dem regnerischen Galicien.

 

1.11.13 17:39

Letzte Einträge: ? ? ?, Ochnee nicht schon wieder Gedichte, El padrino guatemalteco, Willkommen im Alltag, Zeitvertreib mal anders...

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen